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Patientenhilfe & Aufklärung

Das Beratungsgespräch beim VBCI e.V.

Ablauf, Vorbereitung und Strukturierung des individuellen infektiologischen Beratungsgesprächs beim VBCI e.V.

Chronische, subakut rezidivierende Infektionskrankheiten wie Spät-Borreliose, persistierende Rickettsiosen, Bartonellosen und das Chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) gehören zu den am schwersten zu diagnostizierenden Krankheitsbildern der modernen Medizin. Betroffene haben bei ihrer Kontaktaufnahme mit dem VBCI e.V. häufig eine jahrelange Odyssee durch unterschiedlichste medizinische Fachdisziplinen hinter sich. Das strukturierte Beratungsgespräch des VBCI e.V. setzt genau hier an: Es bricht mit der oberflächlichen Symptombetrachtung und schafft ein geordnetes Fundament für eine gezielte Ursachenmedizin.


1. Warum versagt die 10-Minuten-Takt-Medizin bei Multisystemerkrankungen?

In der ambulanten Regelversorgung fehlt im hektischen Praxisalltag meist die Zeit, um komplexe Krankheitsverläufe chronologisch zu rekonstruieren. Wenn multisystemische Beschwerden – wandernde Gelenk- und Muskelschmerzen, neurokognitive Ausfälle („Brain Fog“), autonome Dysfunktionen (POTS) und schwere Erschöpfung – gleichzeitig auftreten, wird der Patient im Regelsystem fraktioniert:

  • Der Rheumatologe findet keine klassischen Entzündungsmarker,
  • der Neurologe schließt morphologische Schäden im MRT aus,
  • der Psychiater diagnostiziert eine somatoforme Störung oder Depression.

Der VBCI e.V. betrachtet den Organismus als bio-regulierendes Gesamtsystem. Im ausführlichen Beratungsgespräch nehmen wir uns die notwendige Zeit, um die Wechselwirkungen zwischen bakteriellen Persistenzen, toxikologischen Belastungen (Schwermetalle, Herde im Kieferbereich) und sekundären Immundysfunktionen systematisch aufzuschlüsseln.


2. Der interdisziplinäre Screening-Ansatz des VBCI e.V.

Das Beratungsgespräch dient der methodischen Ordnung und fachlichen Vorbereitung weiterer medizinischer Schritte. Unsere Beratung stützt sich auf vier zentrale Pfeiler:

  1. Retrospektive Vektorexposition: Detaillierte Rekonstruktion von Zecken-, Floh- oder Mückenstichen, Tierkontakten (Hunde, Katzen, landwirtschaftliche Nutztiere) und Urlaubsaufenthalten in Endemiegebieten.
  2. Kritische Labor-Evaluation: Systematische Überprüfung vorliegender Befunde. Warum war ein Standard-ELISA negativ? Liegt eine Seronegativität vor? Welche zellulären Verfahren (Mikroagglutinationstest MAT, LTT-Borrelien, CD57-Zytometrie) sind zur Verifizierung erforderlich?
  3. Toxikologische Terrain-Analyse: Identifikation von Kofaktoren wie Amalgambelastungen, toten Zähnen (NICO) oder mitochondrialer Dysfunktion, die das Immunsystem blockieren.
  4. Therapeutische Leitlinien-Orientierung: Vermittlung von fundiertem Wissen über die Diagnostik und Therapie chronischer Infektionen sowie biologische Entgiftungsverfahren.

3. Die 4-Schritte-Checkliste zur optimalen Gesprächsvorbereitung

Um den größtmöglichen Nutzen aus dem Beratungsgespräch zu ziehen, empfehlen wir Ratsuchenden folgende Vorbereitungsschritte:

  • Schritt 1: Digitalen Anamnesebogen einreichen
    Füllen Sie vor dem Termin unseren strukturierten digitalen Anamnesebogen vollständig aus. Dadurch liegt unserem Fachteam Ihre Symptomkonstellation bereits vorab vor.
  • Schritt 2: Chronologische Befundmappe anlegen
    Ordnen Sie alle vorhandenen Laborberichte, Arztbriefe, Liquor- und MRT-Befunde chronologisch in einer Mappe.
  • Schritt 3: Medikamenten- und Therapiehistorie dokumentieren
    Erstellen Sie eine Übersicht aller bisherigen Antibiotikatherapien (inklusive Dosierung und Dauer), Kortisongaben, Schmerzmedikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Schritt 4: Konkreten Fragenkatalog formulieren
    Notieren Sie Ihre drängendsten Fragen, um im Gespräch zielgerichtet auf Ihre individuellen Sorgen und nächsten Schritte eingehen zu können.

4. Vom Erstgespräch zur nachhaltigen Begleitung

Das Beratungsgespräch ist keine isolierte Momentaufnahme, sondern der Auftakt zu einem transparenten Begleitprozess. Detaillierte Informationen über den weiteren Ablauf und Vorgehensweise bei der Betreuung finden Sie in unserem Leitfaden.

Zur vertiefenden Vorbereitung empfehlen wir unseren Patientenratgeber zur Vorbereitung auf das Gespräch, der Betroffenen und Angehörigen die biologischen Zusammenhänge chronischer Zoonosen verständlich erklärt. In dringenden Akutfällen steht Ihnen zudem unsere Infektionsnotstelle für dringende Fälle unterstützend zur Seite.


🩺 Brauchen Sie fachliche Unterstützung oder Orientierung?

Wenn Sie unter chronischer Erschöpfung, multisystemischen Schmerzen oder ungeklärten Symptomen nach einem Zecken- oder Insektenstich leiden: