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Patientenhilfe & Aufklärung

Infektionsnotstelle des VBCI e.V.

Erste Hilfe, Notfallbegleitung und infektiologische Orientierung bei akuten Zeckenstichen, chronischer Erschöpfung und unklaren Symptomen.

Die Infektionsnotstelle des Vereins zur Bekämpfung chronischer Infektionskrankheiten e.V. (VBCI e.V.) fungiert als bundesweite und grenzüberschreitende Anlaufstelle für Menschen in akutem infektiologischem Klärungsbedarf. Ob nach einem frischen Zeckenstich mit alarmierenden Hautveränderungen, bei einem plötzlichen neurologischen Schub oder nach jahrelanger diagnostischer Ratlosigkeit: Wir bieten Hilfesuchenden und Angehörigen schnelle, fachlich fundierte Orientierung und zeigen strukturierte Handlungswege auf.


1. Akuter Notfall vs. Chronische Krise: Schnelle Einordnung

In der infektiologischen Praxis unterscheiden wir zwei grundlegende Notfallsituationen, die unterschiedliche Vorgehensweisen erfordern:

A. Die Akutsituation (Frischer Vektorkontakt)

Ein frischer Stich durch eine Zecke, Hirschlausfliege, Kriebelmücke oder Floh erfordert schnelles, methodisches Handeln, um eine Erregerübertragung im Keim zu ersticken oder die Chronifizierung intrazellulärer Bakterien rechtzeitig zu verhindern.

B. Die chronische Krise (Akute Exazerbation / Crash)

Patienten mit jahrelang unerkannter Spät-Borreliose, chronischen Rickettsiosen oder ME/CFS geraten nach körperlichen Überlastungen, Infekten oder zahnärztlichen Eingriffen häufig in schwere krisenhafte Schübe (Post-Exertional Malaise, neurokognitive Ausfälle, unerträgliche Schmerzattacken). In diesen Situationen versagt die Notaufnahme häufig, da Standard-Blutwerte (CRP, Leukozyten) unauffällig bleiben.


2. Sofortmaßnahmen bei akutem Zecken- oder Insektenstich

Wenn Sie oder ein Familienmitglied frisch von einer Zecke gestochen wurden, beachten Sie folgende vier Sofortmaßnahmen:

  1. Sachgerechte Entfernung ohne Quetschung:
    Verwenden Sie eine feine Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenschlinge. Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche und ziehen Sie sie gerade und langsam heraus. Keinesfalls Öl, Klebstoff, Alkohol oder Nagellack verwenden – im Todeskampf entleert der Parasit seinen erregerreichen Speichel und Darminhalt direkt in die Wunde!
  2. Asservierung & Erreger-PCR der Zecke:
    Werfen Sie die Zecke nicht weg. Verwahren Sie sie in einem feuchten Papiertuch in einem Plastikröhrchen. Die Zecke kann in einem Speziallabor mittels PCR direkt auf Borrelien, Rickettsien, Babesien und FSME untersucht werden.
  3. Fotodokumentation & Vermessung von Hautveränderungen:
    Fotografieren Sie die Einstichstelle täglich mit einem daneben gelegten Lineal. Achten Sie auf eine sich ausbreitende Rötung (Wanderröte / Erythema migrans) oder einen schwarzen Punkt mit rotem Hof (Tâche noire bei Rickettsiosen).
  4. Sofortige ärztliche Vorstellung:
    Beim Auftreten von Hautrötungen oder sommergrippeartigen Symptomen (Fieber, Gliederschmerzen, Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen) ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Beachten Sie dazu konkrete Soforthilfemaßnahmen nach Zeckenbiss.

Ausführliche Anleitungen und Checklisten bietet unser Notfall-Ratgeber ‘Zeckenbiss und dann?’.


3. Der Weg aus der chronischen Falle: Ursachenmedizin statt Symptomunterdrückung

Für chronisch Erkrankte, die seit Monaten oder Jahren an multisystemischen Beschwerden leiden, bietet die Infektionsnotstelle des VBCI e.V. eine strukturierte Rekonstruktion der Krankheitsgeschichte:

  • Aufdecken intrazellulärer Erreger: Wir erläutern, warum Standard-Suchtests (ELISA) bei chronischen Verläufen oft falsch-negativ ausfallen und welche Spezialtests (Mikroagglutinationstests nach Giroud/Jadin, LTT, CD57-Zellzählung) Klarheit schaffen.
  • Multimodales Behandlungskonzept: Wir bieten Orientierung über einen fundierten Diagnostischer Leitfaden für Akutfälle in Verbindung mit systemischer Entgiftung.
  • Vorbereitung auf Facharztkonsultationen: Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Befundmappe so aufzubereiten, dass behandelnde Ärzte die organischen Zusammenhänge schnell erfassen.

4. Die 3 Schritte zur Unterstützung durch die Notstelle

  1. Digitalen Fragebogen einreichen: Füllen Sie unseren strukturierten digitalen Anamnesebogen online aus.
  2. Befunde bereitstellen: Stellen Sie vorhandene Laborberichte und Dokumente zusammen.
  3. Termin vereinbaren: Nutzen Sie die Terminvereinbarung für ein Beratungsgespräch zur systematischen Besprechung Ihrer nächsten Schritte oder informieren Sie sich in unseren Fachpublikationen.

🩺 Brauchen Sie fachliche Unterstützung oder Orientierung?

Wenn Sie unter chronischer Erschöpfung, multisystemischen Schmerzen oder ungeklärten Symptomen nach einem Zecken- oder Insektenstich leiden: