Internationales Symposium 2008 zu chronischen Infektionen in Engers
Historische Tagungsdokumentation des VBCI-Symposiums 2008 in Schloss Engers: Vorträge führender Infektiologen zu Rickettsiosen, Borreliose und Zoonosen.
Internationales Symposium 2008 zu chronischen Infektionen in Engers
Im Frühjahr 2008 veranstaltete der Verein zur Förderung des Wissens über Biologische Chronische Infektionen e.V. (VBCI e.V.) ein wegweisendes internationales Fachsymposium im historischen Ambiente von Schloss Engers (Neuwied). Unter reger Beteiligung renommierter Infektiologen, Mikrobiologen, Veterinärmediziner und engagierter Patientenvertreter wurden grundlegende wissenschaftliche und therapeutische Erkenntnisse zu chronischen Zoonosen und intrazellulären Multisysteminfektionen präsentiert.
Das Symposium markierte einen historischen Meilenstein: Erstmals wurde im deutschsprachigen Raum die enge pathophysiologische Verknüpfung zwischen chronischer Borreliose, Rickettsiosen, Zoonosen und dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) im Rahmen eines interdisziplinären Forums zusammenhängend diskutiert.
Einen Gesamtüberblick über die Tagungsreihe des Vereins bietet der Überblick über die Symposien zu chronischen Infektionen.
Zentrale Vortragsthemen und wissenschaftliche Erkenntnisse
Die Vorträge hochkarätiger internationaler Referenten beleuchteten die Defizite konventioneller Leitlinien und präsentierten evidenzbasierte biologische Lösungsansätze:
1. Die Lehren der französischen Rickettsiologie
Im Fokus stand die Rückbesinnung auf die bahnbrechenden Forschungen von Prof. Paul Giroud und Prof. Jean-Baptiste Jadin am Institut Pasteur (Paris). Die Referenten demonstrierten, dass Rickettsien nicht auf akute Fleckfieberepidemien beschränkt sind, sondern als chronisch persistierende Endothelparasiten fungieren. Die mikrovaskuläre Entzündung der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) führt zu chronischer Gewebshypoxie, mitochondrialem Energiemangel und multisystemischen Schmerzzuständen.
Über die therapeutische Praxis berichteten unter anderem die Vorträge von Dr. Philippe Bottero zur Rickettsiosen-Therapie.
2. Koinfektionen bei Borreliose: Das multifaktorielle Modell
Ein zentraler Konsens der Fachtagung war die Erkenntnis, dass die isolierte Betrachtung von Borrelia burgdorferi der klinischen Realität chronisch Kranker nicht gerecht wird. Bei über 70 % der Spätstadien-Patienten lassen sich relevante Begleitinfektionen – darunter Rickettsia conorii, Coxiella burnetii, Bartonella henselae, Babesia microti sowie intrazelluläre Mykoplasmen und Chlamydien – nachweisen. Diese Erregerkombinationen modulieren das Immunsystem und bedingen eine sekundäre zelluläre Immundefizienz (u. a. Abfall der CD57+ natürlichen Killerzellen).
3. Veterinärmedizinische Schnittstellen (One-Health-Ansatz)
Dr. med. vet. Walter Tarello präsentierte seine bahnbrechenden Studien über Mikrokokken- und Staphylokokken-Bakteriämien bei Haustieren (Hunden, Katzen, Pferden) und deren Haltern. Seine Forschungen bewiesen, dass chronische Erschöpfungssyndrome und Fibromyalgie als Zoonosen zwischen Tier und Mensch übertragen werden können und auf gezielte antimikrobielle Kuren ansprechen.
4. Kausale Therapiestrategien & Schaukelkuren
Ausführlich diskutiert wurden die klinischen Protokolle der zyklischen Intervalltherapie (Schaukeltherapie nach Dr. Cécile Jadin und Dr. Philippe Bottero). Durch den periodischen Wechsel zellgängiger Antibiotikaklassen in Kombination mit Phasen der Immunerholung können intrazelluläre Erregerreservoire eradiziert werden, ohne irreversible Resistenzen zu erzeugen.
Bedeutung für Aufklärung und ärztliche Fortbildung
Die Ergebnisse des Symposiums 2008 flossen unmittelbar in die strategische Ausrichtung und die Wissenschaftliche Schwerpunkte des VBCI e.V. ein. Um das präsentierte Fachwissen niedergelassenen Ärzten und Therapeuten zugänglich zu machen, wurden die Vortragsinhalte systematisch aufbereitet und als Tagungsdokumentationen und Ärztebroschüren veröffentlicht.
🔬 Für Ärztinnen, Therapeuten und wissenschaftliche Fachkreise
Der VBCI e.V. unterstützt Behandler bei der Differenzialdiagnose und Schaukeltherapie chronischer Infektionen:
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- Labor & Testverfahren: Informieren Sie sich über die Mikroagglutination (MAT) und Referenzstellen.
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